Was ist Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

Die über viertausend Jahre alte Chinesische Medizin ist vom Taoismus, Konfuzianismus und Buddhismus beeinflusst. Beobachtungen in der Natur haben deren theoretische Grundlagen geprägt und sind heute noch gültig. Obwohl sie sprachlich sehr einfach erscheinen, lassen sich damit selbst neuere, komplexe Krankheitsbilder erfassen und analysieren.

Behandlungsmethoden der Traditionellen Chinesischen Medizin

Allen Bereichen der Chinesischen Medizin liegen das gleiche Menschenbild, dieselben Grundkenntnisse und diagnostischen Verfahren zu Grunde.

  • Akupunktur (mit Moxibustion, Schröpfen, Gua Sha)
  • Ohrakupunktur
  • Arzneimittellehre
  • Ernährungslehre
  • Qi Gong


Im Gegensatz zur analytisch orientierten Medizin im Westen ist das typische Merkmal der Chinesischen Medizin eine Betrachtungsweise, in welcher der Organismus als organische Einheit verstanden und auch die Beziehung des Menschen zur Natur als Einheit angenommen wird.

Vorbeugung von Krankheit (das heißt Ungleichgewicht der Energie) gilt als das oberste Gebot der Chinesischen Medizin. Die differenzierte medizinische Diagnostik erlaubt es, diese energetischen Ungleichgewichte zu erkennen, bevor ernsthafte Störungen auftreten. Mit geeigneten therapeutischen Maßnahmen soll der Körper wieder in den Zustand der Harmonie versetzt werden.


Zur Differenzierung komplexer Krankheitsbilder nach TCM gehört die Diagnostik

Folgende Schritte führen innerhalb der TCM zur Erhebung einer Diagnose:

1. Betrachten, 2. Hören und Riechen, 3. Fragen, 4. Tasten

Eine diagnostische Erstkonsultation dauert etwa eine Stunde.

Behandlungsarten in der TCM

Äußere Behandlungsformen

  • Akupunktur: Bei der Akupunktur werden an definierten Punkten entlang von sogenannten Meridianen sehr feine Nadeln platziert, um den Energiestrom (Qi) zu regulieren. Es gibt insgesamt 12 reguläre Meridiane und 8 Extrameridiane. Auf diesen sind 365 Punkte verteilt. Weitere Extrapunkte liegen ausserhalb dieses Systems. In Kombination mit der Akupunktur werden teilweise Moxibustion, Stromstimulation und Schröpfen eingesetzt. Pro Behandlung werden ca. 4 bis 24 Nadeln verwendet; die Sitzung dauert je nach Krankheitsbild von 10 Minuten (Erkältung) bis zu 75 Minuten (akuter Migräneanfall). Die Akupunktur ist die in Europa bekannteste Therapieform der TCM und wurde schon vor rund 200 Jahren durch Jesuitenpater eingeführt.

  • Ohr-Akupunktur: Die Ohr-Akupunktur wird heute weltweit verwendet bei Behandlung von Schmerzen und vegetativen Störungen. Auch innerhalb der Dermatologie und Allergologie können gute Resultate erzielt werden.

  • Moxibustion: Bei der Moxibustion werden Akupunkturpunkte oder ganze Hautzonen mittels Abbrennen von Beifußkraut erwärmt. Bei dieser Anwendungsform wird Beifusskraut über eine Nadel gestülpt und angezündet, um so Wärme in die Tiefe des Akupunkturpunktes zu leiten.

  • Schröpfen: Mittels Feuer wird in einer Glaskugel ein Vakuum erzeugt. Die Glaskugel wird daraufhin sofort auf der Haut angesetzt, damit sie sich festsaugt. Durch den Sog wird Blut aus den Gefässen in das Gewebe gezogen, was als blauer Fleck erkennbar wird. Das Blut muss in der Folge durch die weissen Blutkörperchen ‹gefressen› und entsorgt werden; dadurch entsteht eine besondere Form von ‹Aufmerksamkeit› im betroffenen Gewebe. Die Therapie leitet nach TCM-Gesichtspunkten Feng, d. h. Wind, aus und wird bei Erkältungskrankheiten, Muskelverspannungen und Schmerzzuständen angewendet.


Innere Behandlungsformen

  • Chinesische Arzneimitteltherapie: Klassische Rezepturen, wie sie sich seit Hunderten, teilweise seit Tausenden von Jahren bewährt haben, werden im Rahmen der Arzneimittel-therapie in Form von kräftigen Dekokten (Auskochungen), Tees, Pulvern, Pillen, Tropfen, Salben, Zäpfchen und Bädern eingesetzt. Ein ungeheurer Schatz von Erfahrungen über die Verwendung von pflanzlichen, mineralischen und tierischen Bestandteilen hat sich über ca. 5000 Jahre angesammelt. Allerdings werden hier in Europa  keine tierischen Bestandteile in die Arzneien gemischt.

  • Chinesische Ernährungstherapie: Die Einflussnahme auf das Krankheitsgeschehen mit Nahrungsmitteln ist hier das Ziel. Ernährungstherapie gilt in der TCM nicht nur als Prophylaxe, sondern auch als aktiver Schritt gegen ein bestehendes Ungleichgewicht.